NLP (Neuro-Linguistische Programmierung) ist eine Anfang 1970 in Kalifornien entstandene Methodik für die Steuerung menschlichen Verhaltens, die grundlegende psychologische Erkenntnisse beachtet mit dem Ziel, Reibungsverluste innerhalb von Partnerschaften zu minimieren. NLP ist von den drei Begriffen Neuro (die Nerven(engramme)), Linguistik (Sprache) und Programmierung (Strukturierung und Steuerung von Informationsabläufen) abgeleitet.
NLP wurde von den Psychologen und Linguisten Richard Bandler und John Grinder als offene Methodensammlung zusammengestellt. Sie führten gesprächs-, verhaltens-, hypno- und körperorientierte Psychologieansätze zusammen. NLP-Therapeuten vermitteln "Strukturen subjektiver Erfahrung", um mit einem dadurch geänderten Verhalten Einfluss zu nehmen auf das Verhalten anderer. NLP wird eingesetzt für die Minimierung von Reibungsverlusten, um ein rascheres Erreichen gemeinsamer Ziele zu unterstützen und Frustrationen zu verhindern.
Die Inhalte der NLP sind bis heute noch nicht einheitlich festgeschrieben, obwohl es bereits ein weltweites Practitioner-, Master- und Trainer-Prüfungsmodell gibt. NLP steht häufig in der Kritik, weil es auch von nicht-akademischen Anwendern, z. B. von Erziehern, Verkäufern und von Managern benutzt wird. Gleichwohl käme niemand auf die Idee, Computer nur zu akzeptieren, wenn sie von Computerfachleuten bedient werden. Auch wird häufig die amerikanische, aggressive Vermarktung des NLP als ungewöhnlich empfunden. Diese besonderen Anstrengungen haben aber durchaus ihre Berechtigung bei solcher Kritik.
Unübersichtlich wird NLP durch Vermischung mit esoterischen, heilkundlichen und anderen zeitgeistlichen Strömungen. Obwohl man auch die Nutzungsvielfalt moderner Computertechnologien als unübersichtlich erfahren kann, ist man grundsätzlich negativ eingestellt, aus welchen Gründen auch immer. Hauptkritikpunkt der Neuro-Linguistischen Programmierung dürfte die bislang mangelhafte wissenschaftliche Untersuchung ihrer Wirkungen und Methoden sein. Das könnte damit zu tun haben, dass elitäres Machtwissen durch NLP seine Unantastbarkeit verliert und sich einer stärkeren Nutzung durch "Ohnmächtige" erschliesst ... Machtwissen hält sich gerne in den Kompetenzbereichen der Wissenschaftlichkeit auf und kann sich so aufblasen, dass sich Wissenschaftler selbst nicht mehr verstehen ...
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Hier die 12 wichtigsten Basisthesen / Arbeitsgrundlagen der Neurolinguistischen Programmierung
nach einer relativ beständigen, aktuellen Zusammenstellung der Internet-Enzyklopädie Wikipedia.
Die ANMERKUNGEN und KRITIKPUNKTE dazu lassen sich mit Erkenntnissen begründen,
die über interessen-management.de erreicht werden:
NLP-Basisthese 1 Die Landkarte ist nicht das Gebiet.Damit ist gemeint, dass das, was wir erkennen, nie mit der objektiven Realität übereinstimmen kann. (vgl. Konstruktivismus und selektive Wahrnehmung)
ANMERKUNG / KRITIK: Wer die Wahrheit, also das, was sich ereignet, objektiv beobachtet und wahrnimmt, kann sehr wohl seine Beobachtungen mit der objektiven Realität in Übereinstimmung bringen.
NLP-Basisthese 2 Menschen treffen innerhalb ihres Modells von der Welt grundsätzlich die beste ihnen mögliche Wahl.
ANMERKUNG / KRITIK: Die Unkenntnis von der Schwierigkeit, wahrgenommene Ereignisse nicht vollständig aus der Erinnerung verdrängen zu können mit dem Effekt, dass wir uns nicht mehr den Tatsachen entsprechend in entscheidungsrelevante Situationen zurückversetzen können, kann auch selbstzerstörerisches Bestrafungsverhalten auslösen, das keinesfalls als gute Lösung für Betroffene angesehen werden kann!
NLP-Basisthese 3 Jedes Verhalten ist durch eine positive Absicht motiviert.
Das Akzeptieren einer subjektiv positiven Absicht ignoriert nicht die möglichen Auswirkungen einer Handlung. Sie dient im beratenden Kontext dazu, ein negatives Selbstbild umzudeuten.
ANMERKUNG / KRITIK: Es gibt auch eindeutig negative Absichten, die sich nach entsprechenden Erfahrungen gegen sich selbst und gegen andere richten können. Wünschenswert wäre, wenn die Grundsätzlichkeit positiv motivierten Denkens und Handelns aller Vernunftwesen weniger durch eigeninteressegesteuerte Wahrnehmungen und daraus resultierende negative Bewertungen negativiert würde.
NLP-Basisthese 4 Menschen haben alle Ressourcen in sich, um jede gewünschte Veränderung an sich vorzunehmen.
Eingeschränkt wird diese Regel durch krankhafte Störungen der Psyche bzw. physische Leiden.
ANMERKUNG / KRITIK: Zustimmung, jedoch mit der nicht unbedeutenden Einschränkung, dass die dafür aufzuwendende Mühe, die durch entsprechende Umweltprägungen notwendig wird, ggf. so gross sein kann, dass sie sich nicht ansatzweise rechnet ...
NLP-Basisthese 5 Der positive Wert eines Individuums bleibt konstant, aber die Angemessenheit von Verhalten kann bezweifelt werden.
ANMERKUNG / KRITIK: Einspruch! Der Wert eines Indvidiuums wird nicht wenig durch die Angemessenheit seines Verhaltens bestimmt. Wer sich im Laufe seines Lebens, durch schrittweises Missachten der Bedürfnisse und Leistungen anderer immer mehr Macht aneignet, um die Bedürfnisse und Leistungen immer stärker zu missachten, kann irgendwann einen so negativen Wert für den Rest der Welt haben, dass die Hoffnung, er möge schnell und für immer verschwinden zur einzigen Konstante wird.
NLP-Basisthese 6 Es gibt in der Kommunikation keine Fehler oder Defizite. Alles ist Feedback.
Durch diese Vorannahme wird der Weg zur verletzungsfreien Annahme von Kritik eröffnet. Einseitige Schuldzuweisungen sind auch nach Paul Watzlawick (Interdependenz) grundsätzlich falsch.
ANMERKUNG / KRITIK: Betrachtet man die Kommunikation als Einheit aus den Faktoren Senden und Empfangen, kann nicht nur das Ergebnis fehlerhaft oder defizitär sein, sondern auch einer dieser beiden Faktoren. Wer Informationen aussendet, die den Zweck des Ganzen nicht unterstützen können, weil ihnen wichtige Details fehlen, oder wer Gesendetes nicht wahrnimmt oder uminterpretiert, macht Fehler, die sich auch nicht zwingend über entsprechende Feedbacks ausschliessen lassen.
NLP-Basisthese 7 Die Bedeutung der Kommunikation liegt in der Reaktion, die man erhält.
Nicht was Du tust zählt, sondern wie Deine Umgebung auf Dich reagiert.
ANMERKUNG / KRITIK: Zustimmung! Allerdings gibt es auch sehr viele Reaktionen, die man nicht so ohne weiteres wahrnehmen kann, sodass die Beachtung dieser These in bestimmten Fällen sehr schwierig sein kann.
NLP-Basisthese 8 Wenn etwas nicht funktioniert, tue etwas anderes.
Ähnl. der Delphinstrategie. Eine typische Konfusion wird hiermit erzeugt: "Es ist so!" - "Oder auch nicht!!"
ANMERKUNG / KRITIK: ... und wenn es nur das sein wird, das anvisierte Ziel zu verwerfen, weil sich die angestrebten Erwartungen nicht oder nur mit zu grossem Aufwand realisieren lassen.
NLP-Basisthese 9 In einem ansonsten gleich bleibenden System kontrolliert das Element mit den grösstmöglichen Verhaltensmöglichkeiten das System.
Es wird Verhaltensflexibilität vom Berater eingefordert.
ANMERKUNG / KRITIK: Ob mit diesem "Glaubenssatz" nur die NLP-vermittelnden Berater angesprochen wurden, bezweifliche ich. (Vermutlich eine Interpretationsdifferenz zwischen "Wikipedia-Everybodyautoren" ... - Was tut ein Element mit den grösstmöglichen Verhaltensmöglichkeiten, wenn die zu beeinflussenden Elemente nicht auf entsprechende Aktivitäten reagieren? Kontrolliert dann die Masse das Element mit dem angeblichen Kontrollmonopol?
NLP-Basisthese 10 Widerstand beim Klienten bedeutet mangelnde Flexibilität auf Seiten des Beraters.
Es gibt immer einen dritten Weg.
ANMERKUNG / KRITIK: Ja, klar, alle Wege führen nach Rom, aber dorthin muss nicht jeder ... Flexibilität hat auch ihren Preis, den nicht jeder zu bezahlen bereit ist.
NLP-Basisthese 11 Der Sinn jeder Kommunikation ist nicht die Absicht, sondern die Reaktion, die sie beim Gegenüber auslöst.
Diese Annahme korrespondiert mit dem Axiom von Paul Watzlawick: Wahr ist nicht, was A gesagt hat; Wahr ist, was B verstanden hat.
ANMERKUNG / KRITIK: Nur wenn sich die Reaktion des Informierten mit der Absicht des Informanten deckt, machte die Kommunikation Sinn! Insoweit sind Absicht und Reaktion nicht voneinander trennbar. Nach dem Kommunikationsforscher Paul Watzlawick wird wahr auch nicht zwingend das sein, was jemand von den empfangenen Informationen versteht bzw. interpretiert, sondern das, was Sender und Empfänger als den Tatsachen entsprechend konsensierend beobachten. Watzlawick wird mit dieser Aussage gemeint haben, dass nur zählt, was bei dem ankommt, von dem man eine bestimmte Reaktion erwartet.
NLP-Basisthese 12 Wenn jemand etwas bestimmtes tun kann, so ist es möglich, dieses Verhalten zu modellieren (nachzumachen) und es weiterzugeben.
ANMERKUNG / KRITIK: Na klar, aber nur, wenn es nicht atransportabel ist ... ;-)
Diese 12 Punkte sind Voraussetzung für die Anwendbarkeit von NLP. Ist beispielsweise die Vorannahme (Basisthese / Arbeitsgrundlage) "Menschen haben alle Ressourcen in sich, ..." nicht erfüllt, weil die psychische Störung organische Ursachen hat, dann fehlt eine Voraussetzung, um mit NLP-Methoden menschliches Verhalten erfolgreich zu beeinflussen.
Diese ebenfalls in Wikipedia zu findende Anmerkung bietet allerdings nicht viel Erhellendes, denn Krankheiten sind auch in anderen Bereichen bekannte Einschränkungen menschlicher Leistungsfähigkeit, die bei kognitiven Projekten und ihren Umsetzungsbemühungen nicht besonders hervorgehoben werden, es sei denn, man spezialisiert sich auf die Optimierung der Steuerung von menschlichem Verhalten unter Menschen mit Behinderungen, für die es sicher sehr interessante Adaptionsmöglichkeiten und möglicherweise noch interessantere Anwendungschancen gibt als für "normal" ausgestattete Menschen.
Während NLP auch von Machtinteressen missbraucht werden kann, um beispielsweise die Schere zwischen Arm und Reich ohne Schuldgefühle noch stärker zu spreizen, schränkt die Beachtung und Umsetzung fundamentaler Kommunikationspower der Evolution, die bislang nur über interessen-management.de vermittelt wird, diese Entartung der Menschlichkeit ein und ermöglicht ein reibungsloses Einfügen extremer Daseinspositionen in ein harmonisches Machtgefüge, in dem auch sehr ungleiche Partner friedlich miteinander koexistieren können.